Vorab: Keines der beiden Konzepte ist grundsätzlich besser. Entscheidend sind das Knochenangebot, der Kiefer, um den es geht, und die Belastung beim Kauen.
Der Unterschied auf einen Blick
- All-on-4: vier Implantate pro Kiefer, zwei vorne gerade, zwei hinten meist geneigt
- All-on-6: sechs Implantate pro Kiefer, die Kaukräfte verteilen sich auf mehr Pfeiler
- All-on-4 kommt oft ohne separaten Knochenaufbau aus, All-on-6 braucht tendenziell mehr Knochen
- Bei beiden ist in vielen Fällen eine Sofortversorgung mit einer festen provisorischen Brücke möglich
Beide Konzepte haben dasselbe Ziel: feste Zähne für einen Kiefer, in dem alle oder fast alle Zähne fehlen oder nicht mehr zu erhalten sind. Die Brücke wird auf den Implantaten verschraubt. Herausnehmen kann sie nur die Praxis, etwa für Kontrollen und zur Reinigung.
| Merkmal | All-on-4 | All-on-6 |
|---|---|---|
| Implantate pro Kiefer | vier | sechs |
| Stellung | zwei vorne gerade, zwei hinten meist geneigt | entlang des Kieferbogens verteilt, nach Knochenangebot und Lastverteilung geplant |
| Knochenbedarf | geringer, oft ohne separaten Knochenaufbau | tendenziell höher, unter Umständen mit Knochenaufbau |
| Lastverteilung | Kaukräfte auf vier Pfeilern | Kaukräfte auf sechs Pfeilern |
| Sofortversorgung | in vielen Fällen möglich | je nach Befund möglich |
| Reinigung | im Mund, vier Implantate | im Mund, sechs Implantate |
| Kosten | abhängig von Kiefer, Material und Versorgung | zwei Implantate mehr, dadurch meist mehr Aufwand |
Die Tabelle zeigt Tendenzen. Was in Ihrem Fall sinnvoll ist, zeigt erst die Untersuchung mit dreidimensionaler Röntgenaufnahme.
Warum die Neigung der Implantate zählt
Im hinteren Kiefer ist oft wenig Knochen vorhanden. Im Oberkiefer liegt dort die Kieferhöhle, im Unterkiefer verläuft ein Nerv durch den Knochen. Nach längerem Zahnverlust hat sich der Knochen hier zudem häufig zurückgebildet.
Bei All-on-4 werden die beiden hinteren Implantate deshalb meist schräg gesetzt. So umgehen sie diese Bereiche, finden im vorhandenen Knochen Halt und stützen die Brücke trotzdem weit hinten ab. Deshalb können vier Implantate für einen ganzen Kiefer ausreichen.
Bei All-on-6 verteilen zwei zusätzliche Implantate die Last auf mehr Pfeiler entlang des Kieferbogens. Dafür muss an mehr Stellen genug Knochen vorhanden sein.
Wie viel Knochen brauchen All-on-4 und All-on-6?
Am Knochenangebot entscheidet sich oft, welches Konzept infrage kommt. All-on-4 nutzt den vorhandenen Knochen gut, ein separater Knochenaufbau ist häufig nicht nötig. Für All-on-6 muss an sechs Stellen genug Knochen in Höhe und Breite vorhanden sein.
Reicht er dafür nicht aus, gibt es zwei Wege: einen Knochenaufbau vor oder während der Implantation oder ein Konzept mit vier Implantaten. Was sinnvoller ist, hängt davon ab, wie viel Knochen wo fehlt und wie viel zusätzliche Behandlungszeit für Sie infrage kommt.
Oberkiefer und Unterkiefer: Wo liegen die Unterschiede?
Ober- und Unterkiefer werden getrennt geplant. Es kann also sein, dass für jeden Kiefer ein anderes Konzept passt.
Oberkiefer: Der Knochen ist hier meist weicher. Im Seitenzahnbereich liegt die Kieferhöhle, unter der nach Zahnverlust oft wenig Knochenhöhe bleibt. Weil weicher Knochen den Implantaten anfangs weniger Halt gibt, kann es sinnvoll sein, die Kaukräfte auf mehr Implantate zu verteilen, sofern genug Knochen da ist.
Unterkiefer: Der Knochen ist meist dichter. Im vorderen Bereich, zwischen den Austrittsstellen des Unterkiefernervs, ist oft genug Knochen vorhanden, auch wenn er weiter hinten schon zurückgegangen ist. Hier reichen häufig vier Implantate. Implantate heilen im Unterkiefer außerdem meist schneller ein.
Welches Konzept ist stabiler?
Beide Konzepte geben festen Halt. Die Brücke wackelt nicht und braucht keine Haftcreme. Im Vergleich zu einer Vollprothese können Sie deutlich kräftiger zubeißen.
Der Unterschied liegt in der Lastverteilung: Bei All-on-6 tragen sechs statt vier Pfeiler die Kaukräfte, jedes Implantat wird weniger belastet. Das kann ein Vorteil sein, wenn
- Sie eine kräftige Kaumuskulatur haben oder mit den Zähnen pressen,
- eine große oder schwere Brückenkonstruktion geplant ist,
- der Knochen im Oberkiefer weich ist und die Last auf mehr Implantate verteilt werden soll.
Auch eine Brücke auf vier Implantaten ist für normales Kauen ausgelegt. Wer nachts knirscht, sollte das bei der Planung ansprechen, oft wird dann eine Schutzschiene empfohlen.
Ablauf, Sofortversorgung und Einheilzeit
Der Ablauf ist bei beiden Konzepten gleich:
- Beratung und 3D-Diagnostik: Untersuchung von Kiefer und Zahnfleisch, dazu eine dreidimensionale Röntgenaufnahme (DVT), die Knochen, Nerv und Kieferhöhle zeigt.
- Planung: Zahl und Position der Implantate werden am 3D-Bild festgelegt. Sie erhalten einen schriftlichen Heil- und Kostenplan.
- Knochenaufbau, falls nötig: vorab oder im selben Eingriff.
- Implantation: unter örtlicher Betäubung, auf Wunsch unter Sedierung. Zähne, die nicht mehr zu erhalten sind, werden je nach Befund vorher oder im selben Eingriff entfernt.
- Feste provisorische Brücke: wenn der Befund es zulässt, zeitnah nach dem Eingriff, in vielen Fällen schon am Behandlungstag.
- Einheilung und Kontrollen: Die Implantate verwachsen mit dem Knochen, der Heilungsverlauf wird regelmäßig kontrolliert.
- Endgültige Brücke: Sie wird nach der Einheilung eingesetzt.
Sofortversorgung: Voraussetzung ist, dass die Implantate beim Einsetzen fest genug im Knochen sitzen. Das zeigt sich erst während des Eingriffs. Sonst heilen sie zunächst unbelastet ein, und Sie tragen so lange eine provisorische Versorgung. In den ersten Wochen wird meist weiche Kost empfohlen.
Einheilzeit: Im Unterkiefer heilen Implantate meist in zwei bis drei Monaten ein, im Oberkiefer in vier bis sechs Monaten. Ein vorgelagerter Knochenaufbau verlängert die Behandlung.
Reinigung und Nachsorge
Die fest verschraubte Brücke wird im Mund gereinigt. Besonders wichtig ist der Übergang zwischen Brücke, Implantat und Zahnfleisch, denn dort sammeln sich Beläge.
- zweimal täglich Zähne putzen, auch an der Unterseite der Brücke
- Interdentalbürstchen oder spezielle Zahnseide unter der Brücke und rund um die Implantate
- regelmäßige Kontrollen und professionelle Zahnreinigung in der Praxis
Bei All-on-6 sind zwei Implantate mehr zu pflegen, die Technik bleibt dieselbe. Bei Kontrollen kann die Praxis die Brücke abschrauben und gründlich reinigen.
Bleiben Beläge liegen, kann sich das Gewebe um ein Implantat entzünden (Periimplantitis). In Studien sind nach zehn Jahren über 90 % der Implantate noch in Funktion. Was die Haltbarkeit beeinflusst, lesen Sie im Ratgeber Wie lange hält ein Zahnimplantat?
Was kosten All-on-4 und All-on-6?
Einen Pauschalpreis gibt es für keines der beiden Konzepte. Die Kosten hängen von Kiefer, Zahl der Implantate, Material und Art der Brücke ab. Dazu kommen die Diagnostik, ein eventueller Knochenaufbau und auf Wunsch eine Sedierung.
Zwei Implantate mehr bedeuten bei All-on-6 in der Regel mehr Aufwand. Muss dafür erst Knochen aufgebaut werden, kommt dieser Eingriff hinzu, während er bei All-on-4 häufig entfällt. Was Ihre Versorgung kostet, steht vorab im schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Was zahlt die gesetzliche Krankenkasse?
Die Implantate selbst sind für gesetzlich Versicherte keine Regelleistung. Die Kasse zahlt einen befundbezogenen Festzuschuss zum Zahnersatz nach § 55 SGB V. Er richtet sich nach der Regelversorgung für Ihren Befund, bei einem zahnlosen Kiefer meist eine Vollprothese, und wird auf feste Zähne auf Implantaten angerechnet.
| Bonusheft | bis 31.12.2026 | ab 1.1.2027 |
|---|---|---|
| ohne Bonusheft | 60 % | 50 % |
| 5 Jahre lückenlos | 70 % | 60 % |
| 10 Jahre lückenlos | 75 % | 65 % |
Anteil an der Regelversorgung. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sinken die Festzuschüsse zum 1. Januar 2027 um zehn Prozentpunkte, die Härtefallregelung für Versicherte mit geringem Einkommen bleibt. Welcher Satz gilt, hängt nach Einschätzung von Fachleuten davon ab, wann Ihre Kasse den Heil- und Kostenplan bewilligt. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer Kasse nach. Mehr zu den einzelnen Kostenposten lesen Sie im Ratgeber Implantat-Kosten und Ablauf.
Für wen passt All-on-4, für wen All-on-6?
All-on-4 kommt eher infrage, wenn
- der Knochen im hinteren Kiefer zurückgegangen ist,
- ein Knochenaufbau vermieden oder klein gehalten werden soll,
- eine herausnehmbare Prothese keinen Halt mehr gibt und Sie feste Zähne möchten,
- im vorderen Unterkiefer genug Knochen vorhanden ist.
All-on-6 kommt eher infrage, wenn
- an sechs Stellen genug Knochen vorhanden ist oder ein Aufbau für Sie infrage kommt,
- eine hohe Kaubelastung zu erwarten ist, etwa bei kräftiger Kaumuskulatur,
- eine größere oder schwerere Brückenkonstruktion geplant ist,
- der Knochen im Oberkiefer weich ist und die Last auf mehr Implantate verteilt werden soll.
Vor jeder Implantation wird außerdem geklärt, ob Allgemeinerkrankungen oder ein entzündetes Zahnfleisch zuerst behandelt werden müssen. Weitere Wege zu festen Zähnen, etwa Brücken auf einzelnen Implantaten, zeigt die Seite Feste Zähne in Dortmund.
So gehen wir in Dortmund vor
In der Praxisklinik Dr. Fellmann & Kollegen an der Hohen Str. 1 bieten wir beide Konzepte an. Ob vier oder sechs Implantate sinnvoll sind, entscheiden wir nach der Diagnostik. Das 3D-Bild (DVT) zeigt Knochen und Nerven vor dem Eingriff genau. Darauf plant Dr. Vitali Fellmann die Implantate. Er hat einen Master of Science in Oral Implantology und war Zahntechniker, bevor er Zahnmedizin studierte.
Implantiert wird in unserem eigenen OP, danach können Sie sich im Aufwachraum erholen. Auf Wunsch behandeln wir unter Sedierung. Fehlt Knochen, bauen wir ihn mit Wachstumsfaktoren aus Ihrem eigenen Blut auf, je nach Befund mit der Kieler-Sushi-Technik.
Die fest verschraubte Brücke (MALO Bridge) entsteht in unserem zahntechnischen Meisterlabor im Haus. Behandler und Zahntechniker stimmen Form, Farbe und Biss direkt miteinander ab. Mehr dazu auf den Seiten All-on-4 Implantate, All-on-6 Implantate und Zahnimplantate in Dortmund.
Häufige Fragen zu All-on-4 und All-on-6
Was ist besser, All-on-4 oder All-on-6?
Keines der beiden Konzepte ist grundsätzlich besser. All-on-6 verteilt die Kaukräfte auf sechs Implantate, braucht aber mehr Knochen. All-on-4 nutzt mit geneigten hinteren Implantaten den vorhandenen Knochen gut und kommt oft ohne separaten Knochenaufbau aus. Was in Ihrem Fall passt, zeigt die 3D-Diagnostik.
Brauche ich für All-on-6 einen Knochenaufbau?
Nicht unbedingt. Für sechs Implantate muss an mehr Stellen genug Knochen vorhanden sein als für vier. Reicht er nicht aus, kommt ein Knochenaufbau infrage oder ein Konzept mit vier Implantaten.
Bekomme ich bei All-on-4 und All-on-6 sofort feste Zähne?
In vielen Fällen ist bei beiden eine Sofortversorgung mit einer festen provisorischen Brücke möglich, wenn die Implantate beim Einsetzen fest genug sitzen. Die endgültige Brücke folgt nach der Einheilung, im Unterkiefer meist nach zwei bis drei Monaten, im Oberkiefer nach vier bis sechs Monaten.
Ist All-on-6 teurer als All-on-4?
Zwei zusätzliche Implantate bedeuten in der Regel mehr Aufwand. Die Gesamtkosten hängen aber auch von Kiefer, Material und einem eventuellen Knochenaufbau ab. Vor der Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Heil- und Kostenplan.
Kann ich oben All-on-6 und unten All-on-4 bekommen?
Ja, das ist möglich. Ober- und Unterkiefer werden getrennt geplant, weil sich Knochenqualität und Knochenangebot oft unterscheiden. Im weicheren Oberkiefer kann es sinnvoll sein, mehr Implantate zu setzen.
Wie reinige ich eine Brücke auf vier oder sechs Implantaten?
Im Mund, mit der Zahnbürste und mit Interdentalbürstchen oder spezieller Zahnseide unter der Brücke und rund um die Implantate. Dazu kommen Kontrollen und professionelle Zahnreinigungen, bei denen die Praxis die Brücke bei Bedarf abschraubt.
Wie lange halten die Implantate?
In Studien sind nach zehn Jahren über 90 % der Implantate noch in Funktion. Entscheidend sind die tägliche Pflege, regelmäßige Kontrollen und Faktoren wie Rauchen oder Allgemeinerkrankungen.
All-on-4 oder All-on-6: Beratung in der Praxisklinik Dr. Fellmann & Kollegen in Dortmund-Mitte
Welches Konzept zu Ihrem Kiefer passt, klären wir nach der Untersuchung mit 3D-Diagnostik. Danach erhalten Sie einen schriftlichen Heil- und Kostenplan und können in Ruhe entscheiden. Termine auch samstags von 9 bis 14 Uhr.
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