Wer eine Prothese trägt oder bald eine braucht, fragt sich oft, ob sich der Aufwand für feste Zähne lohnt. Eine allgemeine Antwort gibt es nicht. Dieser Vergleich hilft Ihnen, die Möglichkeiten einzuordnen und im Beratungsgespräch gezielt nachzufragen.
Welche Lösungen gibt es, wenn viele oder alle Zähne fehlen?
- Vollprothese: liegt auf dem Kiefer auf und hält durch Saugwirkung
- Prothese auf Implantaten: rastet auf Druckknöpfen oder einem Steg ein
- Teleskopprothese: hält über Doppelkronen auf eigenen Zähnen oder Implantaten
- Feste Brücke auf vier oder sechs Implantaten: bleibt im Mund, nur die Praxis kann sie abnehmen
Vollprothese
Die Vollprothese ersetzt alle Zähne eines Kiefers. Sie besteht aus Kunststoff, liegt auf der Schleimhaut des Kieferkamms und hält durch Saugwirkung. Im Oberkiefer gelingt das meist gut, weil die Gaumenplatte eine große Auflagefläche bietet. Im Unterkiefer ist die Fläche kleiner, Zunge und Wangen bewegen die Prothese mit. Viele brauchen dort Haftcreme. Mehr zu den Prothesenarten lesen Sie auf der Seite Zahnprothesen in Dortmund.
Prothese auf Implantaten: Druckknopf oder Steg
Die implantatgetragene Prothese rastet auf Implantaten im Kiefer ein. Beim Druckknopf-System sitzt auf jedem Implantat ein kleines Halteelement, das Gegenstück steckt in der Prothese. Beim Steg verbindet eine Metallschiene die Implantate, und die Prothese klickt darauf ein. Im Unterkiefer reichen oft zwei Implantate, im Oberkiefer werden meist mehr gesetzt. Zum Reinigen nehmen Sie die Prothese weiterhin selbst heraus.
Teleskopprothese
Die Teleskopprothese hält über Doppelkronen. Eine Innenkrone sitzt fest auf einem eigenen Zahn oder einem Implantat, die passende Außenkrone ist in die Prothese eingearbeitet. Die Reibung zwischen beiden gibt Halt, ohne Klammern und ohne Haftcreme. Sie kommt infrage, wenn noch einige tragfähige eigene Zähne vorhanden sind. Geht später ein Pfeilerzahn verloren, lässt sich die Prothese oft umarbeiten. Mehr dazu auf der Seite Teleskopprothese.
Feste Brücke auf Implantaten: All-on-4 und All-on-6
Hier trägt eine durchgehende Brücke alle Zähne eines Kiefers. Sie wird auf vier oder sechs Implantaten verschraubt und bleibt im Mund. Abnehmen kann sie nur die Praxis, etwa zur Kontrolle. Bei All-on-4 werden die beiden hinteren Implantate leicht geneigt gesetzt, damit vorhandener Knochen gut genutzt wird. Ein separater Knochenaufbau ist dann häufig nicht nötig. Eine Gaumenplatte gibt es nicht. Einen Überblick über alle festen Lösungen finden Sie auf der Seite Feste Zähne statt Prothese.
| Lösung | Halt | Reinigung | Operation | Kosten im Vergleich |
|---|---|---|---|---|
| Vollprothese | Saugwirkung, oft mit Haftcreme; im Unterkiefer häufig unsicher | herausnehmen und außerhalb des Mundes reinigen | nein | in der Regel am günstigsten |
| Prothese auf Implantaten (Druckknopf oder Steg) | rastet ein, keine Haftcreme | Prothese herausnehmen, Implantate und Steg im Mund reinigen | ja | höher, Implantate kommen hinzu |
| Teleskopprothese | Reibung der Doppelkronen, keine Haftcreme | Prothese herausnehmen, Innenkronen im Mund reinigen | nur auf Implantaten | höher als eine Klammerprothese, je nach Zahl der Kronen |
| Feste Brücke auf 4 oder 6 Implantaten | fest verschraubt, bleibt im Mund | im Mund wie eigene Zähne, dazu Zwischenraumbürsten | ja | in der Regel am höchsten |
Wie fühlen sich feste Zähne und Prothese im Alltag an?
Essen
Mit einer Vollprothese kauen die meisten Menschen weniger kräftig als mit eigenen Zähnen. Ein Apfel oder zähes Fleisch sind oft schwierig, weil die Prothese beim Abbeißen kippen kann. Kleine Körner und Kerne geraten leicht unter die Prothese und drücken. Die Gaumenplatte im Oberkiefer deckt zudem den Gaumen ab. Viele nehmen Temperatur und Geschmack dadurch weniger deutlich wahr.
Prothesen auf Implantaten oder Teleskopen sitzen beim Kauen deutlich ruhiger. Mit einer festen Brücke auf Implantaten beißen und kauen Sie meist ähnlich wie mit eigenen Zähnen. In den ersten Wochen nach dem Eingriff ist weiche Kost sinnvoll, bis die Implantate eingeheilt sind.
Sprechen
Jede neue Versorgung braucht Gewöhnung. Mit einer neuen Prothese klingen S- und Zischlaute anfangs oft anders, das gibt sich meist nach einigen Wochen. Lautes Vorlesen hilft dabei. Schwieriger wird es, wenn eine Prothese locker sitzt: Sie kann beim Sprechen oder Lachen klappern oder sich lösen, und viele fühlen sich dadurch im Gespräch unsicher. Feste Brücken und gut sitzende Implantatprothesen bewegen sich nicht.
Halt und Kieferknochen
Fehlen die Zähne, fehlt dem Kieferknochen der Kaudruck, und er bildet sich mit den Jahren zurück. Eine Vollprothese passt dann nicht mehr so genau und verliert Halt. Eine Unterfütterung gleicht das aus: Die Innenseite der Prothese wird neu an den Kiefer angepasst. Implantate leiten Kaukräfte direkt in den Knochen. Das kann dem Abbau an diesen Stellen entgegenwirken.
Wie aufwendig ist die Reinigung?
Eine herausnehmbare Prothese reinigen Sie außerhalb des Mundes. Spülen Sie sie nach dem Essen ab und säubern Sie sie mindestens zweimal täglich mit einer weichen Prothesenbürste und einem geeigneten Reinigungsmittel. Normale Zahnpasta kann den Kunststoff mit der Zeit aufrauen. Nachts nehmen Sie die Prothese meist heraus, damit sich die Schleimhaut erholt, und lagern sie feucht.
Bei Implantatprothesen und Teleskopen kommt die Pflege im Mund hinzu. Druckknöpfe, Steg oder Innenkronen müssen sauber bleiben, denn Beläge an Implantaten können das umliegende Gewebe entzünden. Bei Teleskopen brauchen die Pfeilerzähne besondere Aufmerksamkeit, damit an den Kronenrändern keine Karies entsteht.
Eine feste Brücke putzen Sie im Mund wie eigene Zähne. Unter der Brücke und an den Implantaten helfen Zwischenraumbürsten, spezielle Zahnseide oder eine Munddusche. Das dauert anfangs etwas länger, bis die Handgriffe sitzen. Regelmäßige professionelle Reinigung in der Praxis gehört bei allen Versorgungen auf Implantaten dazu.
Welche Voraussetzungen brauchen feste Zähne?
Genug Kieferknochen
Implantate brauchen ausreichend Knochen in Höhe und Breite. Wie viel vorhanden ist, zeigt ein dreidimensionales Röntgenbild (DVT). Reicht der Knochen nicht, gibt es zwei Wege: einen Knochenaufbau vor oder während der Implantation, oder ein Konzept wie All-on-4, bei dem geneigte Implantate den vorhandenen Knochen nutzen. Wer schon viele Jahre eine Vollprothese trägt, hat oft weniger Knochen. Ein Aufbau ist dann häufiger nötig, aber nicht in jedem Fall.
Allgemeine Gesundheit
Ein hohes Alter allein spricht in der Regel nicht gegen Implantate. Wichtiger ist, wie gut Wunden heilen. Ein schlecht eingestellter Diabetes, starkes Rauchen, eine Bestrahlung im Kopf-Hals-Bereich oder bestimmte Medikamente wie Bisphosphonate können das Risiko erhöhen. Das heißt nicht, dass Implantate dann unmöglich sind. Die Planung wird sorgfältiger, manchmal in Absprache mit Ihrem Hausarzt. Akute Entzündungen im Mund werden vorher behandelt.
Wenn eine Operation nicht infrage kommt
Manche Menschen möchten oder können keinen chirurgischen Eingriff auf sich nehmen. Dann bleibt eine gut angepasste Vollprothese eine sinnvolle Lösung, bei noch vorhandenen tragfähigen Zähnen auch eine Teleskopprothese. Wer vor dem Eingriff große Sorge hat, kann sich über eine Behandlung unter Sedierung informieren.
Wie lange dauert die Behandlung?
Eine Vollprothese ist meist nach wenigen Wochen fertig: Beratung, Abformung, Anfertigung im Labor, Anprobe und Einsetzen. Danach folgen in der Regel ein bis zwei Termine zum Nachjustieren, weil sich anfangs Druckstellen bilden können. Müssen vorher Zähne entfernt werden, braucht der Kiefer Zeit zum Abheilen, und die Prothese wird später angepasst.
Eine Teleskopprothese braucht etwas länger, weil die Pfeilerzähne vorbereitet und die Doppelkronen sehr genau gefertigt werden. Rechnen Sie mit mehreren Wochen.
Bei Implantaten bestimmt die Einheilung die Dauer. Klassisch wachsen Implantate drei bis sechs Monate ein, bevor der endgültige Zahnersatz kommt. Ist ein Knochenaufbau nötig, kann es länger dauern. Bei All-on-4 und All-on-6 ist in vielen Fällen eine Sofortversorgung möglich: Sie erhalten am Tag des Eingriffs eine feste provisorische Brücke, die endgültige folgt nach der Einheilung. Ob das bei Ihnen geht, hängt vor allem vom Knochen ab.
Was kostet was, und was zahlt die Krankenkasse?
- Die Kasse zahlt einen befundbezogenen Festzuschuss, gleich welche Lösung Sie wählen
- Bis 31.12.2026: 60 %, mit Bonusheft 70 % oder 75 % der Regelversorgung
- Ab 1.1.2027: 50 %, mit Bonusheft 60 % oder 65 %
- Implantate und der chirurgische Eingriff sind in der Regel Privatleistungen
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt für Zahnersatz einen Festzuschuss nach § 55 SGB V. Er richtet sich nach Ihrem Befund, nicht nach der Versorgung, die Sie wählen. Bei einem zahnlosen Kiefer orientiert er sich an der Regelversorgung, in der Regel einer Vollprothese. Entscheiden Sie sich für eine aufwendigere Lösung, behalten Sie den Zuschuss und tragen die Mehrkosten selbst.
Bis zum 31. Dezember 2026 beträgt der Festzuschuss 60 % der Kosten der Regelversorgung, mit lückenlos geführtem Bonusheft über fünf Jahre 70 %, über zehn Jahre 75 %. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sinken die Sätze ab dem 1. Januar 2027 auf 50 %, 60 % und 65 %. Für Versicherte mit geringem Einkommen gilt weiterhin die Härtefallregelung. Welcher Satz für Ihren Heil- und Kostenplan gilt, erfragen Sie direkt bei Ihrer Kasse.
Eine Vollprothese ist in der Regel die günstigste Lösung. Bei Implantatprothesen kommen Implantate und Eingriff hinzu, bei Teleskopprothesen die aufwendig gefertigten Doppelkronen. Eine feste Brücke auf vier oder sechs Implantaten ist meist die teuerste Variante. Seriöse Preise lassen sich erst nach einer Untersuchung nennen. Ihren Eigenanteil sehen Sie im schriftlichen Heil- und Kostenplan, bevor die Behandlung beginnt. Wie sich die Kosten eines Implantats zusammensetzen, erklärt der Ratgeber Zahnimplantat: Kosten und Ablauf.
Zur Rechnung gehört auch die Frage, wie lange eine Versorgung hält. In Studien sind nach zehn Jahren über 90 % der Implantate noch in Funktion. Prothesen müssen mit der Zeit unterfüttert oder erneuert werden, und bei Druckknopf-Prothesen werden die Halteelemente von Zeit zu Zeit getauscht. Mehr dazu im Ratgeber Wie lange hält ein Zahnimplantat?
So gehen wir in Dortmund vor
In der Praxisklinik Dr. Fellmann & Kollegen an der Hohen Str. 1 beginnt die Entscheidung mit einem Beratungsgespräch. Wir untersuchen Ihren Mund, sehen uns Ihre jetzige Prothese an und fragen, was Sie sich wünschen. Mit einer 3D-Diagnostik (DVT) beurteilen wir, wie viel Knochen vorhanden ist und ob Implantate ohne Aufbau möglich sind. Danach erhalten Sie einen schriftlichen Heil- und Kostenplan. Wenn Sie zwei Lösungen vergleichen möchten, sprechen Sie uns darauf an.
Dr. Vitali Fellmann, Praxisinhaber mit dem Master of Science in Oral Implantology, war früher selbst Zahntechniker. Dr. Volker Berthold kümmert sich in unserem Team um Prothetik und Keramik. Wir arbeiten mit Titan- und Keramikimplantaten. Für chirurgische Eingriffe hat die Praxis einen eigenen OP mit Aufwachraum. Auf Wunsch ist eine Behandlung unter Sedierung möglich.
Der Zahnersatz entsteht in unserem zahntechnischen Meisterlabor im Haus, von der Vollprothese bis zur Brücke auf Implantaten. Farbe, Form und Zahnstellung stimmen wir direkt mit dem Zahntechniker ab, kleine Anpassungen gehen ohne lange Wege. Wackelt Ihre jetzige Prothese, kann eine Unterfütterung den Halt verbessern, während Sie sich in Ruhe entscheiden.
Häufige Fragen: feste Zähne oder Prothese
Was ist besser: feste Zähne oder eine Prothese?
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Feste Zähne auf Implantaten kommen eigenen Zähnen beim Kauen und Sprechen am nächsten, brauchen aber einen chirurgischen Eingriff und genug Kieferknochen. Eine Vollprothese ist schneller fertig und günstiger, hält aber oft schlechter. Prothesen auf Implantaten oder Teleskopkronen sind ein Mittelweg. Welche Lösung passt, hängt vor allem vom Knochen und Ihrer Gesundheit ab.
Kann ich meine alte Prothese auf Implantaten befestigen lassen?
Manchmal ja. Bei Druckknopf-Systemen lassen sich die Halteelemente unter Umständen in eine vorhandene Prothese einarbeiten, wenn sie gut passt und in gutem Zustand ist. Oft ist eine neue Prothese die bessere Wahl, weil sie von Anfang an auf die Implantate abgestimmt wird. Ob Ihre Prothese geeignet ist, lässt sich bei einer Untersuchung klären.
Bin ich zu alt für Implantate?
Ein hohes Alter allein spricht in der Regel nicht gegen Implantate. Entscheidend sind Ihre allgemeine Gesundheit, die Wundheilung, Ihre Medikamente und der vorhandene Kieferknochen. Ein schlecht eingestellter Diabetes oder bestimmte Medikamente können das Risiko erhöhen. Das klären wir vor der Planung mit Ihnen und bei Bedarf mit Ihrem Hausarzt.
Wie schnell bekomme ich feste Zähne?
Bei All-on-4 und All-on-6 ist in vielen Fällen eine Sofortversorgung möglich: Sie erhalten am Tag des Eingriffs eine feste provisorische Brücke. Die endgültige Brücke folgt nach der Einheilung, die klassisch drei bis sechs Monate dauert. Ist ein Knochenaufbau nötig, kann es länger dauern.
Zahlt die Krankenkasse feste Zähne auf Implantaten?
Die gesetzliche Kasse zahlt einen befundbezogenen Festzuschuss nach § 55 SGB V, unabhängig davon, welche Lösung Sie wählen. Bis 31. Dezember 2026 sind das 60 % der Regelversorgung, mit Bonusheft 70 % oder 75 %. Ab 1. Januar 2027 sinken die Sätze auf 50 %, 60 % und 65 %. Implantate und Eingriff sind in der Regel Privatleistungen. Für Versicherte mit geringem Einkommen gilt weiterhin die Härtefallregelung.
Wie lange halten Implantate?
In Studien sind nach zehn Jahren über 90 % der Implantate noch in Funktion. Dazu tragen gründliche Pflege zu Hause, regelmäßige Kontrollen und professionelle Reinigung bei. Der Zahnersatz auf den Implantaten kann mit der Zeit Reparaturen brauchen, etwa neue Halteelemente bei einer Druckknopf-Prothese.
Beratung zu festen Zähnen und Prothesen in Dortmund-Mitte
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